Heller Hautkrebs
   

Aktinische Keratosen

Bei Aktinischen Keratosen (auch “solare“ Keratosen genannt) handelt es sich per Definition nicht um eine Krebsart, es ist aber eine Frühform des Hellen Hautkrebses. „Keratosen“ bedeutet dabei soviel wie „Verhornungsstörungen“. Auf der Haut können betroffene Hautpartien als Verdickungen und als Unregelmäßigkeiten der Hornschicht auf der Haut gefühlt werden. Der Begriff „Aktinisch“ bzw. „solar“ bezieht sich auf die Hauptursache dieser Erkrankung – das UV-Licht der Sonnenstrahlung. „aktinisch“ heißt „durch Strahlung hervorgerufen“, „solar“ bedeutet in diesem Zusammenhang „von der Sonne“.

Aktinische Keratosen treten vor allem an Hautpartien auf, die ungeschützt und über lange Zeit der Sonne ausgesetzt sind: Am häufigsten an Stirn, Glatze, Nase, Wange und Ohr; zum Teil auch an Armen, Beinen oder auf dem Rücken. Betroffen sind vor allem hellhäutige Menschen (irisch-keltischer Hauttyp). Die Zahl der Neuerkrankungen steigt jährlich um etwa fünf Prozent. Männer, vor allem mit Glatze oder lichtem Haaransatz, sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Aktinische Keratosen treten einzeln oder großflächig und meist erst nach dem 40. – 50. Lebensjahr auf. Sie zeichnen sich durch charakteristische Verhornungen aus: Raue, oft schuppige, leicht rötliche und fleckenähnliche Hautveränderungen. Oft werden sie als Altersflecken verharmlost. Tückisch auch die Entstehungszeit: Die Krankheit entwickelt sich sehr langsam, in der Regel werden Aktinische Keratosen erst nach vielen Jahren intensiver Sonnenbelastung sichtbar.

Hautärzte stufen diese Erkrankung als so genannte Präkanzerose („Vorkrebs“) oder sogar als „Carcinoma in situ“, d. h. initiales spinozelluläres Karzinom ein. Das bedeutet nicht, dass sich Aktinische Keratosen zwangsläufig in einen Krebs umwandeln. Sie können über lange Jahre unauffällig bleiben, sich mehr oder weniger schnell vergrößern oder sich ganz von selbst wieder zurückbilden. Aber mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit können sie eben auch in ein spinozelluläres Karzinom übergehen. Dieses spinozelluläre Karzinom ist dann tatsächlich ein Hautkrebs: der zweithäufigste Hautkrebs überhaupt und durchaus gefährlich. Er kann im Laufe der Zeit Metastasen in anderen Organen verursachen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten mit Aktinischen Keratosen ein spinozelluläres Karzinom entwickeln, liegt bei etwa 20 Prozent. Da kein Arzt voraussagen kann, aus welcher Aktinischen Keratose ein bösartiges spinozelluläres Karzinom entsteht, empfehlen Experten heute eine frühzeitige und konsequente Behandlung der Aktinischen Keratosen.